Pastoralräume

Frauengemeinschaften im Prozess der Pastoralraum-Entwicklung:
Eine Wegleitung

Der Pastorale Entwicklungsplan und die Pastoralräume
Wenn bewährte pastorale Wege in eine Krise geraten ist es an der Zeit, gesellschaftliche Veränderungen zu hinterfragen. Der Pastorale Entwicklungsplan (PEP) antwortet auf Zeitzeichen und möchte die Pfarreien im Rahmen eines Richtplanes zu Pastoralräumen zusammen schliessen, wo Austausch und Zusammenwirken möglich sein werden. In den kommenden Monaten wird es Aufgabe der regionalen Projektteams sein, für den je eigenen Pastoralraum ein Pastoralraumkonzept zu erarbeiten. Dieses kann auch durch erfahrene Frauen der Frauengemeinschaften mitgestaltet werden, welche an der Gestaltung einer kirchlichen Zukunft interessiert sind.

mögliche Schritte der Vorbereitung

  • sich informieren, wie der vorgesehene Pastoralraum aussieht. Die Liste der Pastoralräume (Richtplan) ist zu finden unter: www.bistum-basel.ch/ressourcen/download/20080129144539.pdf“
  • Kontakt aufnehmen mit anderen Frauengemeinschaften des zukünftigen Pastoralraumes.
  • sich austauschen über Hoffnungen, Befürchtungen, Visionen… Schwerpunkte der Frauen-Arbeit. Was darf nicht verloren gehen? Was brauchen wir im Rahmen des neuen Konzeptes?
  • eine Person bestimmen, die den Prozess aufmerksam verfolgt, die intern informiert und nach aussen als Ansprechperson wirkt (z.B. für das Projektteam „Pastoralraum“, für Kantonalvorstand)

auftreten – zeigen, was Frauen leisten

Das Pastoralraumkonzept verlangt eine Analyse der pastoralen Situation und der Ressourcen. Die Frauengemeinschaften können dafür sorgen, dass ihre Arbeit in den vier pastoralen Schwerpunkten Diakonie, Glaubensbildung Erwachsener, Begleitung von Kindern und Jugendlichen und Gemeinschaftsbildung Gewicht hat und mitbedacht wird. Wie das? Das Pastoralraumkonzept wird durch das so genannte Projektteam erarbeitet. Da dieses Team sehr klein ist, wird es eine grössere Begleitgruppe geben (20-25 Personen), in der Frauen und Männer aus verschiedenen Gruppen und Vereinen vertreten sein werden. Dies bietet auch den Frauengemeinschaften die Möglichkeit, sich aktiv in den Prozess
einzugeben und ihre Anliegen zu vertreten. Möglich ist unter Umständen auch der direkte Kontakt zum Projektteam.

Die Frauengemeinschaften sind eine Chance für den Pastoralraum

  • Die Frauen sind in der Pfarrei überproportional vertreten als Gottesdienstbesucherinnen, in der Diakonie, in der religiösen Weiterbildung, in der Begleitung von Kindern und Jugendlichen, in der Gemeinschaftsbildung – überhaupt als Freiwillige in der Kirche
  • Unter ihnen finden sich deshalb Frauen, die sich liturgische, spirituelle und diakonische Kompetenzen angeeignet haben und interessiert sind, sich weiter zu entwickeln und zu bilden.
  • Die Mitglieder zählen sich zu einer lebendigen Gemeinschaft und machen Kirche erfahrbar.
  • Sie sind durch die Struktur mit Kantonal- und Dachverband grossräumig und über ihre eigene Gemeinschaft hinaus vernetzt (gesellschaftlich, ökumenisch und international).
  • Ihre Mitglieder bringen innerhalb der katholischen Kirche, aber auch im ökumenischen und interreligiösen Bereich den Glauben ins Spiel.
  • Sie tragen die Vision einer geschwisterlichen Kirche in sich und haben prophetische Kompetenz.

Frauenanliegen und Frauenseelsorge in der neuen Struktur einen Platz geben

Die Frauengemeinschaften leisten durch ihre Präsenz, Impulse und Freiwilligenarbeit in den Pfarreien unschätzbare Dienste. Umgekehrt zählen viele Frauengemeinschaften auf die Unterstützung der Pfarrei. Mit dem Pastoralraum wird auf Pfarreiseite eine neue Organisationsebene eingefügt, so dass neu geschaut werden muss, wie sich Frauengemeinschaften, Pfarreien, Pastoralräume gegenseitig gut unterstützen können. Damit Frauengemeinschaften und Frauenseelsorge auch auf der Ebene des Pastoralraumes einen Platz erhalten, ist es nötig, Abklärungen zu treffen für ein entsprechendes Ressort im Pastoral-raumteam und eine entsprechende Verbindung zu den Frauengemeinschaften/ Präsides / geistlichen BegleiterInnen der Ortsvereine.

Pfarreien und der Pastoralraum werden pastorale Schwerpunkte setzen (müssen). Dies gibt bei entsprechender Verankerung in der neuen Struktur die Möglichkeit, laufend eigene Projekte zu verankern und Neues zu lancieren, um Frauen(anliegen) zu stärken.

Schlussfolgerung

Zukunftsorientierte Projekte sollen Antwort sein auf die gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungen. Zukunftsorientiert ist die Schaffung eines frauenspezifischen Gefässes,welches die Frauenanliegen und die Frauenseelsorge stärkt! Frauengemeinschaften bringen sich in diesen wichtigen Prozess aktiv ein, damit die kirchliche Frauen- und Freiwilligenarbeit mehr Beachtung und Wertschätzung erlangt.

Bern, 21. Februar 2010
Angela Büchel Sladkovic, Dr. theol., SKF-Verbandsvorstand, Ressort Kirche-Religion-Spiritualität
Verena Donzé, Vizepräsidentin Katholischer Frauenbund Bern
Regula Grünenfelder, Dr. theol., SKF-Bildungsbeauftragte

 

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